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Infos für Eltern

Schaukeln ist zugleich Glücksgefühl, Urinstinkt, Stimulierung und Trost. Deswegen verwundert es nicht, dass das Schaukelpferd seit jeher zu den beliebtesten Spielutensilien in Haushalten mit Kindern gehört. Die Auswahl an Schaukeltieren ist bunt und vielfältig. Vor der Anschaffung ist es hilfreich, sich mit wichtigen Kriterien wie unter anderem Material, Größe und Alter auseinanderzusetzen, um das geeignete Schaukeltier zu finden.

Positive Wirkungen des Schaukelns

Was macht nun den Reiz des Schaukelns aus und worin liegt der wirkliche Gewinn für das Kind? Neben der beruhigenden Wirkung fördert das Schaukelpferd die psychische und motorische Entwicklung des Kindes. Sogar bei schwerst behinderten Kindern und Erwachsenen wird das Schaukeln als Teil der basalen Stimulation erfolgreich angewandt. Studien beweisen, dass sich dadurch ängstliche und depressive Verhaltensweisen reduzieren. Nicht zuletzt bereitet das Austoben auf dem Schaukelpferd dem Kind großes Vergnügen. Beim Baby bzw. Kleinkind ist der Spaß und die Schulung des Gleichgewichts im Vordergrund. Gleichzeitig werden durch die ausgleichenden Bewegungen beim Schaukeln die motorischen Fähigkeiten des Kindes trainiert. Ist das Schaukeltier nicht zu hoch, kann sogar ein Baby, das noch nicht läuft, bald selbstständig auf- und absteigen. Auf diese Weise kräftigt es die Muskulatur und verbessert die motorische Koordination. Bei größeren Kindern kommt noch das bewusste Erleben von Kontrolle sowie das Erlernen des dosierten Einsatzes der eigenen Körperkraft hinzu. Zusätzlich werden die Grenzen von Mut und Risiko ausgelotet. Wie gehe ich mit der Angst vor dem Kippen um? Ein Schaukelpferd bietet dem Kind eine große Bandbreite an Emotionen, die es selber nach Belieben dosieren kann.

Schaukelpferd ab welchem Alter?

Erst wenn das Kind selbstständig und frei sitzen kann, sollte es auf einem Schaukelpferd Platz nehmen. Dann ist die Rückenmuskulatur so weit entwickelt, dass sie die Wirbelsäule genügend stützen kann und somit nicht die Gefahr von späteren Haltungsschäden besteht. Als Richtwert wird dies etwa zwischen sieben Monaten und einem Jahr der Fall sein. Bei kleinen Kindern empfiehlt sich die Sicherung mit einem Gurt. Trotzdem sollte hier das Schaukeln nur unter Aufsicht stattfinden. Bei sehr kleinen Kindern bieten sich kuschelige Plüschmodelle an, die zugleich Schaukeltier und Stofftier sind. Bedenken Sie, dass Babys leichter nach vorne kippen. Dies kann bei Modellen aus Holz manchmal schmerzhafte Folgen haben. Obwohl man sich auch an den Altersangaben orientieren kann, lässt man das Kind am besten Probesitzen. Handelt es sich um ein Geschenk, bietet die Angabe der Sitzhöhe einen Anhaltspunkt.

Die Qual der Wahl beim Kauf

Neben der richtigen Größe stellt die Qualität der Verarbeitung ein wichtiges Kriterium für einen möglichen Kauf dar. Achten Sie auf eventuelle Gütesiegel. Das Schaukeltier sollte keine spitzen Ecken oder scharfe Kanten aufweisen. Je nach Modell variiert auch die Kippsicherheit. Handhalterungen und Fußrasten sollten einen stabilen und robusten Eindruck machen. Denken Sie beim Material der Kuven an die Eignung für den zukünftigen Stellplatz. Als besonders langlebig und leicht zu reinigen erweisen sich Modelle aus Holz. Bei einem Schaukelpferd aus Holz ist die Abnützung geringer, wodurch sich eventuell mehrere Geschwister bzw. Kinder daran erfreuen können. Klassisch zeitlos oder eigenwillige Ausführungen mit speziellen Klangeffekten und Themenwelten, hier enden die objektiven Kriterien und es beginnt der persönliche Geschmack.

In bunter Materialvielfalt reiten die Kinder auf Giraffen, Dinosauriern, Pferden, Rentieren, kuscheln mit oder ohne Rückenlehne, zähmen ihr Schaukeltier mit Sattel und Zügel oder Holzgriff. Den Eltern bleibt die Entscheidung, welches das passendste Schaukeltier für ihr Kind ist. Ausgerüstet mit dem beschriebenen Vorwissen machen Sie sich am besten mit Ihrem Kind gemeinsam auf die Suche. So können Sie Größe und Aussehen genau auf Ihr Kind abstimmen.

Das Schaukelpferd im historischen Kontext

Wie reagieren wir, wenn ein Baby oder ein Kleinkind weint? Die meisten von uns nehmen es instinktiv in die Arme und schaukeln es sanft hin und her. Dieser Urinstinkt ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst. Auch die Geschichte des Schaukelpferdes reicht weit zurück. Bereits im antiken Griechenland zogen die Kinder Pferde auf Rädern hinter sich her. Das Schaukelpferd oder „rocking horse“, wie wir es heute kennen, entstand im 17. Jahrhundert und stammt vermutlich aus den USA. Der Bau von Schaukelpferden hat auch in Deutschland eine lange Tradition. Anfangs bestand das Spielzeug aus einem Metallgerüst mit Papiermaschee, später wurde es aus Holz hergestellt und entwickelte sich dadurch zu einem erschwinglichen Produkt für alle Bevölkerungsschichten. Handgefertigte Schaukelpferde aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert sind inzwischen nicht nur begehrte Sammlerstücke, sondern mit ihren kindlichen Inschriften auch historische Zeitzeugen und Spiegel der jeweiligen Gesellschaft. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hielt das Kunsstoffschaukelpferd seinen Einzug in die Spielewelt, wodurch sich die Gestaltungsmöglichkeiten stark erweiterten.

Varianten des Schaukeltiers

Auf Spielplätzen finden sich häufig Federwipptiere als eine Variante des Schaukelpferdes. Im gebogenen Zustand erreichen die Federn eine hohe Spannung. Bei sehr starkem Schaukeln ist daher ein Abwurf möglich und die damit verbundene Verletzungsgefahr deutlich höher als beim klassischen Schaukeltier. Weiters finden sich in Eingangsbereichen von Einkaufszentren oftmals elektromechanische Schaukeltiere, welche für die Kinder zwar einen Unterhaltungswert darstellen, jedoch nicht die motorischen Möglichkeiten eines Schaukeltiers ausschöpfen. Auch das klassische Schaukeltier ist in seiner Entwicklung nicht stehen geblieben. Mittlerweile gibt es zahlreiche Modelle mit musikalischen Effekten.


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